Industrielehrpfad Zürcher Oberland Neuthal Industriekultur

Historische Handwerks- und Industrieanlagen
Rund 30 Kilometer Wanderwege zwischen dem Greifensee und dem Tösstal verbinden 50 Sehenswürdigkeiten der technischen und industriellen Vergangenheit im Zürcher Oberland. Seit über 35 Jahren unterstützt der Verein zur Erhaltung alter Handwerks- und Industrieanlagen im Zürcher Oberland (VEHI) Industriebauten mit historischem Hintergrund und kultureller Ausstrahlung entlang des Industriepfads. Interessierte Besucher finden insbesondere in den Anlagen des Industrie-Ensembles Neuthal sowie in verschiedenen handwerklichen Kleinbetrieben betriebstüchtige Anlagen, die mit viel Fachwissen und Engagement erhalten werden.


1 Industrie-Ensemble Neuthal


2 Parkanlage im Industrie-Areal

Neuthal Industriekultur, 8344 Bäretswil
Das für die Schweiz einzigartige Industrie-Ensemble Neuthal bei Bäretswil gewährt seit über 20 Jahren einen aufschlussreichen Einblick in 200 Jahre textile Fertigung und Industrialisierung im Zürcher Oberland.
Im Gebäude der einstigen Spinnerei von Adolf Guyer-Zeller aus dem 19. Jhdt. (Bild 1) befinden sich das Ensemble Wasserkraft & Arbeit, die Museums-Spinnerei, die Rüti-Webmaschinensammlung sowie die Handmaschinenstickerei. Erfahrene Experten führen die Besucher auf 4 in sich abgeschlossenen Rundgängen durch die Museen. Sehenswert sind ferner die zum Industrie-Ensemble gehörenden gepflegten Parkanlagen (Bild 2).


3 Wasserkraftanlage mit Stauung und Turbinenturm


4 Betriebsschlosserei in der «Kapelle»

Industrie-Ensemble, Wasserkraft & Arbeit
Ursprünglich sorgte die Wasserkraftanlage für den Antrieb der Maschinen im Neuthal. Sie besteht aus einer Stauanlage für den Wissenbach mit Zulaufkanal, einem Druckrohr und der Turbine. Mittels einer Seiltransmission wurde die Kraft über eine Distanz von 327 m zu den Maschinen in der Spinnerei übertragen (Bild 3).
Nehmen Sie zusammen mit Ihrem Führer auf einem Rundgang die Wasserkraftanlage mit Wasserspeicher, Wehren, Turbinen und Transmissionen in Betrieb und staunen Sie, dass diese Zeitzeugen noch immer funktionieren. Erfahren Sie dabei viel über das Leben der Heim- und Fabrikarbeiter sowie dasjenige von Adolf Guyer-Zeller. Werfen Sie auch einen Blick in die Werkstatt in der „Kapelle“ (Bild 4). Eine eigene Schlosserei mit Schmiede zur Metallbearbeitung brauchte jede grosse Spinnerei für den Unterhalt und Reparaturen von Maschinen und Anlagen.


5 Schützenwebmaschine Rüti B, 1940

RÜTI - Webmaschinen-Sammlung
Eine einmalige Sammlung von Webmaschinen der Baujahre 1860 bis 1996 führt Sie durch die Jahrhunderte der Entwicklungsgeschichte vom Handwebstuhl bis zum modernsten Webverfahren. Lassen Sie sich die notwendigen Schritte „vom Faden zum Gewebe“ aus Kettfaden und Schussfaden und die verschiedenen Schusseintrags-Verfahren anhand der betriebsbereiten Webmaschinen während einer Vorführung erläutern. (Bild 5)



6 Handstickmaschine Karl Bleidorn, Arbon, Bautyp 1890

Handmaschinenstickerei
Erleben Sie das Handwerk des Handstickers, dessen Gewerbe noch Anfang des 20. Jahrhunderts im Zürcher Oberland von grosser Bedeutung war. Bestaunen Sie die dabei entstehenden wunderschönen Stickereien auf der Handstickmaschine von Karl Bleidorn, Arbon, einem Bautyp aus den 1890-er Jahren (Bild 6).


7 Spinnmaschine Selfaktor, 1889


8  Ringspinnmaschine Modell Rieter 1943

Museums-Spinnerei
Staunen Sie über historische Spinnmaschinen aus dem 19. Jahrhundert (wie z.B. den 1889 von Rieter gebauten Selfaktor Bild 7) und lassen Sie sich dabei den mehrstufigen Spinnprozess „Vom Baumwollballen bis zum Garn“ erläutern und in die Geheimnisse der Garnherstellung einführen. Sie erleben die einzelnen Spinnprozessschritte auf historischen, bestens erhaltenen und funktionierenden Spinnmaschinen, wovon die älteste über 150 Jahre alt ist. (Bilder 7 und 8)

Öffnungszeiten Neuthal Industriekultur:
Mai bis Oktober am 1. und 3. Sonntag von 10 bis 16 Uhr.
Museums-Spinnerei zusätzlich am darauf folgenden Dienstag von 10 bis 15 Uhr.
Führungen für Gruppen nach Voranmeldung täglich
Tel. 052 386 35 06.
www.neuthal-industriekultur.ch

Informationen zum Industriepfad
Für touristische Auskünfte:
www.zuerioberland-tourismus.ch/de/industriepfad
oder Tel. 052 396 50 99

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